Keine Probleme mit trigami

09Jul07

Ich habe soeben meinen ersten Auftrag von trigami bekommen, d.h. meine Bewerbung ist akzeptiert worden und ich werde demnächst einen Beitrag dazu verfassen.

Ich habe kein Problem damit, Aufträge für trigami auszuführen, auch wenn sich so mancher an dem schweizer Unternehmen stört. Doch wer meckert da eigentlich? Das Don Alphonso nicht gerade positv gegenüber trigami eingestellt ist, nun, wer hätte anderes erwartet? Doch bei vielen anderen finde ich die Beschwerden nur noch peinlich.

Schauen wir uns zB an, was ricardo bei ricdes dot com schreibt:

Trigami kackt mich langsam ehrlich gesagt an, immer wieder Probleme mit den Kunden die sie mir vermitteln.

Probleme? Ja, die hatte ricardo. Weil er nämlich mit Pauken und Trompeten auf den vermeintlichen Jobvermittler yourcha.com hereingefallen ist. Heute steht unter Fazit:

Da Yourcha anscheinend eure Adressen weiterverkauft, kann ich euch nur empfehlen auf diesen Dienst zu verzichten.

Doch das sah mal anders aus, google cache hilft:

Die Seite ist verständlich aufgebaut und das Konzept geht meiner Meinung nach auf. Es ist eine Win-Win Situation für beide Parteien.

Der Arbeitnehmer hat die Angst des Jobverlustes bei einigen verschickten Bewerbungen nicht mehr und steht in einer guten Ausgangslage (nicht Arbeitslos, muss also nichts annehmen, kann zwischen konkreten Angeboten auswählen).

Der Arbeitgeber muss sich nicht durch irrelevante Bewerbungen wühlen und spart Kosten ein.

Wer hat denn jetzt den Fehler gemacht? trigami, weil sie einen fragwürdigen Auftraggeber vermittelt haben? Nein.
Der Fehler liegt bei ricardo (den ich mal exemplarisch herausgegriffen habe) und den anderen Autoren, die blind und ohne jede Recherche mehr oder weniger aus der Unternehmensdarstellung abgeschrieben haben. Dafür kann trigami nichts. Vielmehr erlaubt das schweizer Unternehmen ja, den Anbieter auch zu kritisieren. Aus den Bedingungen zum yourcha-Auftrag (den ich auch als Angebot hatte, aber direkt abgelehnt habe, da ein Schüler kein Jobportal beurteilen kann):

Bedingungen und Ton der Rezension trigami

Und auch das:

Google und technorati suche nach yourcha auf trigami

Es wird also sogar darauf hingewiesen, dass externe Quellen in Anspruch genommen werden können / sollen. Trotzdem kann jedem natürlich einmal ein Fehler unterlaufen. Nur: Der ist dann ordnungsgemäß und korrekt zu berichtigen. Die Schuld auf einen anderen schieben mag einfach sein, aber richtig ist es nicht.

Wer vorgeht wie die ricardo und andere, die auch yourcha “hereingefallen” sind, zeigt nur auf, dass er anscheinend nicht fähig ist, korrekt zu recherchieren. Die Bedingungen des Pressekodex des Deutschen Presserats (unter den Werbung nicht fällt) erfüllt ein solcher Artikel nicht.

Was lernen wir daraus? Ganz klar: Wer bloggt, der schreibt – wie jeder andere (freie) Autor auch auf eigene Verantwortung. Wer eine falsche Information gibt, muss dafür gerade stehen – solange er nicht nur zitiert. Da mag es leicht erscheinen, seinen Ärger und die Schuld an andere weiter zu reichen, doch von Reife zeugt das nicht. Eine gute Recherche davor, saubere Arbeit und im Falle eines Falles eine sachliche, korrekte Richtigstellung danach – dann steht einer trigami-Rezension nicht im Wege.

14 Responses to “Keine Probleme mit trigami”


  1. 1 Tim Posted July 9th, 2007 - 16:46

    Das Problem ist doch eher, dass die gute Recherche nicht bezahlt wird. Für einen Schüler mag Trigami lukrativ sein, aber wenn noch Steuern davon bezahlt werden (was ja üblich ist), wird es zum Zuschussgeschäft. Viel Glück bei der Recherche: Da scheint ja jemand seine Fähigkeiten zu überschätzen.

    bytheway: Ein wenig googlen ist noch keine gute Recherche.

  2. 2 Simon Posted July 9th, 2007 - 17:01

    @ Tim:

    Niemand wird gezwungen, für trigami zu schreiben (→ arbeiten). Wem die Bezahlung nicht passt, der muss es auch nicht tun.

    Und was die Recherche angeht, kann ich nur sagen, dass es ja augenscheinlich einigen Autoren gelungen ist, mehr als nur Standardinformationen über yourcha zu bekommen. Etwa hier, hier und hier.

    Diese Information stand auch schon vor dem Auftrag im Netz…

    Natürlich ist ein wenig googlen noch keine “gute” Recherche – ich erwarte von keinem, für trigami drei Bücher zu lesen. Nein, das habe ich ja auch geschrieben: Fehler können vorkommen. Aber dann nach schlechter Arbeit auch noch anderen die Schuld zu geben ist billig.

  3. 3 Don Alphonso Posted July 9th, 2007 - 18:27

    Sei mir nicht böse, aber Du wirst Dich vielleicht noch diese Woche erheblich wundern. Denn da ist noch etwas im Raum, was noch nicht diskutiert wurde. Eigentlich zwei Sachen. ich würde Dir im jeden Fall mal raten, VORHER mit einem Steuerberater zu reden.

  4. 4 Simon Posted July 9th, 2007 - 20:45

    Nein, ich bin dir nicht böse. Du bist halt ein notorischer Weltverschlechterer und wegen mir kannst du deine miese Laune oder was immer dich zum ständigen Kritteln und Meckern verleitet ausleben, wie du willst. Gerne auch in meinen Kommentarspalten, aber dann doch bitte mit etwas mehr als einer hohlen Drohung.

  5. 5 Don Alphonso Posted July 9th, 2007 - 21:09

    seufz… schau: Wer ist eigentlich Dein Kunde? Trigami oder die zu beurteilende Firma? Trigami sagt, es sei die Firma, sie seien nur der Marktplatz. Deshalb musst Du der Firma nach deutschem Recht eine Rechnung ausstellen. Und sie muss Dich bezahlen. Wenn Dir oder jemand anderem statt dessen Trigami einfach so das Geld aus der Schweiz überweist, ist das formal halt kein Taschengeld, sondern etwas, das Dir Dein Steuerberater gern erklärt. Dass man lieber 30 Euro nimmt, statt sich mit rechtlichen Dingen rumzuschlagen: Geschenkt. Trotzdem kann Nachdenken nicht schaden, wenn man schon ein Gewerbe betreibt.

  6. 6 Simon Posted July 9th, 2007 - 21:15

    Ich sage nicht, dass man sich darüber keine Gedanken machen sollte. Tatsache ist, ganz klar, dass (grunsätzlich) Einkommen versteuert und ein Gewerbe angemeldet werden muss.
    Mit der Rechnungsstellung ist das so eine Sache, wenn keine von mir gefordert wird, gibt’s auch nichts.

    Aber auch das ist nicht unbedingt ein Kritikpunkt an trigami – auch wenn die die Rechtslage nicht geklärt haben, im Grunde ist das Sache der einzelnen Blogger. Eine Information durch trigami wäre schön und gut – aber sein muss sie nicht.

  7. 7 Tim Posted July 9th, 2007 - 21:59

    Mit der Rechnungsstellung ist das so eine Sache, wenn keine von mir gefordert wird, gibt’s auch nichts.

    Nicht schlecht. Schon mal davon gehört, dass die Pflicht der Rechnungsstellung für Gewerbetreibende letztes Jahr erheblich verschärft worden ist.

    bytheway: Du bist 17 Jahre alt? Stimmt das noch? Dann bist du beschränkt geschäftsfähig, und bei einem Gewerbe müssen steuerlich deine Erziehungsberechtigten vorm Finanzamt geradestehen. Wenn du keine ordnungsgemässe Rechung stellst (ordnungsgemäss bedeutet, dass formelle Kriterien eingehalten werden müssen), dann wird das Finanzamt davon ausgehen, dass auch andere Einnahmen am Finanzamt vorbei gegangen sind. Wohl dem, der keine Leichen im Keller hat. Weiss das dein Vater?

  8. 8 Ricardo Posted July 9th, 2007 - 22:49

    Hey Simon, danke für die Links (und den Traffic) aber bitte, nächstes Mal, sag mir vorher über deine netten Berichte bescheid.

    Ich finde Trigami sollte sich die Kunden selbst Mal anschauen. Ich denke nicht, dass eine Firma sich andauernd leisten könnte, mit zwielichtigen Firmen Geschäfte zu machen. Und mit dieser Meinung stehe ich nunmal nicht da, vor allem nicht, weil es dies schon der zweite Fall ist bei Trigami.

    Ich finde Yourcha’s Umsetzung in der Tat toll. Die Idee ist, falls umsetzbar, auch toll. Aber die Datensammlerei vermiest einem halt den Geschmack.
    Darum habe ich auch nur das Fazit entfernt und somit von meiner Redaktionellen Freiheit Gebrauch gemacht.

    Ich hoffe das beruhigt mal die Gemüter.
    Gut Nacht.

  9. 9 Ricardo Posted July 9th, 2007 - 22:50

    *Mit dieser Meinung stehe ich nunmal nicht alleine da, sollte das heissen.

  10. 10 Simon Columbus Posted July 9th, 2007 - 23:49

    @ Ricardo:

    “Hey Simon, danke für die Links (und den Traffic) aber bitte, nächstes Mal, sag mir vorher über deine netten Berichte bescheid.”

    Ich darf dich selbst zitieren:

    “So, viel Spass noch beim kritisieren!”

    :D

    Ich hoffe, du nimmst meine Kritik an deinem Bericht nicht allzu persönlich – bist schließlich nicht der einzige, der da nicht ganz aufgepasst hat. Ich kann auch verstehen, dass du die (vorgebliche) Geschäftsidee von yourcha im Prinzip gut findest.
    Aber über die Verantwortlichkeit von trigami gibt’s halt verschiedene Ansichten. Meine habe ich hier dargelegt – dass ich mich dabei an deinem Artikel orientiert habe, liegt einfach daran, dass er sich vom Aufbau her gut dazu eignet, meine Idee umzusetzen.

    Gute Nacht ;)

  11. 11 Ricardo Posted July 10th, 2007 - 07:55

    Ich nehme die Kritik nicht persönlich – warum sollte ich denn auch. Jeder, der mich kennt, weiss wohl über meine Neigung zur Ironie bescheid. Aber wie gesagt, sag einfach nächstes Mal bescheid.

    Guten Tag noch

  12. 12 porschekiller Posted July 10th, 2007 - 23:03

    “Aber auch das ist nicht unbedingt ein Kritikpunkt an trigami – auch wenn die die Rechtslage nicht geklärt haben, im Grunde ist das Sache der einzelnen Blogger. Eine Information durch trigami wäre schön und gut – aber sein muss sie nicht.”

    Nun, nehmen wir mal an, Du hättest mit dieser Aussage Recht. Dann wird Trigami allerdings in nächster Zeit sehr viele Blogger verlieren, die mit dem Finanzamt 2.0 unangenehme Erfahrungen machen werden. Die sind nicht blöd, die rüsten nach beim FA. Du hast überhaupt kein Fitzchen Ahnung, auf welche Deiner Daten und Footprints die jetzt schon spielend einfach zugreifen können. Das müsste aber Trigami selbst interessieren, um danach ihre Kunden aktiv zu informieren. Oder die sind zu doof.

  13. 13 yourcha® Weblog Posted July 19th, 2007 - 18:26

    Hallo,
    in den vergangenen Wochen erschienen in zahlreichen Blogs Einträge zu yourcha. Auf der Seite http://blog.yourcha.com nehmen wir dazu offiziell Stellung und gehen detailliert auf die veröffentlichten Beiträge ein.

  14. 14 Remo Uherek Posted July 26th, 2007 - 22:40

    Ricardo:
    “Darum habe ich auch nur das Fazit entfernt und somit von meiner Redaktionellen Freiheit Gebrauch gemacht.”

    Streng genommen verstösst dies gegen Punkt 3 unserer Zusatzbedingungen. Siehe mein Mail an Dich.

    Zum Thema Steuerberater/Finanzamt:
    Dazu habe ich mich schon mal im trigami-Blog geäussert.

    Gruss, Remo

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"„Der Unterschied zwischen Reich und Arm ist der, dass die Armen alles selbst tun müssen mit ihren eigenen Händen, die Reichen aber können jemanden anstellen, der die Dinge für sie tut.“"— Betty Smith