In Siegen herrscht Bürgermeisterwahlkampf: Am 9. September wird ein Nachfolger für den fettenscheidenden Amtsinhaber Ulf Stötzel gesucht. Fünf Kandidaten stehen zur Wahl: Detlef Rujanski (SPD), Michael Groß (Grüne), Steffen Mues (CDU), Hans Günter Bertelmann (UWG) und Hans-Dieter Ernst (Linke). Ich will mit allen fünf sprechen…
Heute habe ich den zweiten auf meiner Liste “erwischt”: Grünen-Kandidat Michael Groß. Hier war der Einstieg leicht: Bin ich doch seit meiner Kindheit politisch auf Grün gepolt… und Herr Groß ist wirklich niemand, vor dem man sich verstecken muss. Nein, hier geht’s fröhlich drauf los – von allen Kandidaten ist der Grüne eindeutig der, bei dem das Lachen am schnellsten kommt.
Doch auch noch einen anderen Vorsprung hat er vor seinen Konkurrenten: Die Agenda mag nicht groß sein – aber er bringt sie runter auf den Boden der Tatsachen. Und macht Aktionen drum herum. Unterschriftenliste für den Abriss der Siegplatte? Klar unterschreib’ ich. Photowettbewerb? Bin dabei. Fahrradtour zu den kommunalpolitisch wichtigen Orten der Stadt? Nein, danke… aber dafür komm’ ich nächste Woche wieder. Große Veranstaltung. Irgendwas mit Malen…
Mühe macht er sich, der Mann. Und nimmt den Wahlkampf mit Humor – was soll man als Grüner Bürgermeisterkandidat schon anderes tun? Trotzdem gefallen mir die angesprochenen Themen: Schulsanierung, Abriss der Siegplatte… aber Michael Groß redet ein wenig zu viel über die anderen Parteien, darüber, was CDU/SPD unmöglich machen, ablehnen. Warum nicht mehr eigenes? Mir ist klar, dass die Grünen auch im Stadtrat nicht bestimmen – trotzdem, ich wähle eine Partei, weil sie für etwas ist – und nicht, weil sie gegen etwas ist.
Pluspunkte gibt’s dafür im Bereich Internet: Ich bin quasi auf der Grünen-Newsletter eingetragen… und als ich mein Engagement für den Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung fragte Herr Groß auch gleich nach, wo wir uns denn so träfen. Ich hab ihm dann die Adresse gegeben. Mal sehen, was da noch kommt…
Eine Frage konnte ich mir natürlich nicht verkneifen: “Herr Groß, kommt es eigentlich vor, dass Kinder sie ‘Hagrid’ nennen? Die Antwort ist ja. Ja, einmal ist das schon passiert. Schön, dass die deutschen Kinder nicht so schüchtern sind wie man meinen könnte. Und die Bürgermeisterkandidaten humorvoller. Bisher.
Das Gespräch hat bei weitem nicht so lange gedauert wie meine ewige Unterhaltung mit Herrn Ernst von der Linken – aber das kann man kaum erwarten. Es war trotzdem angenehm und ich denke, ich kann am 9. September getrost zur Wahlurne gehen und ankreuzen: “Michael Groß”. Und wenn ich mich mit einem “Auf Wiedersehen” verabschiedet habe meine ich das ganz ernst: Nächsten Samstag wieder. Hoffentlich lachend.
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Wenn ich mit den Herren von CDU und SPD reden will muss ich wohl früher aufstehen. Die waren um halb zwei schon weg…



Hier gibt es dann auch die frischen Inhalte zur Kandidatur von Michael Groß. Der Link fehlt noch in dem Super-Artikel:
http://www.michael-gross-gruene.de
Danke für das Lob
Der Link ist allerdings schon drin: Unter “Michael Groß” in Absatz zwei.