Tagebuch

05Jun08

Ich habe dieses Blog ja nie als Tagebuch verwendet.

Ich habe hier allerlei Sachen abgelagert. Einen virtuellen Sandkasten habe ich dieses Blog kürzlich genannt, vielleicht wäre “digitaler Dachboden” ein besserer Ausdruck. Immerhin lagern hier lauter Ideen, Gedanken, Experimente. Sie stauben leicht an – natürlich kann man sie jederzeit wieder entdecken, aber dazu muss man erstmal diese verdammte Leiter hochsteigen, deswegen tut’s keiner. Also, man kann sie wiederentdecken. Wie der polnische Linguistikstudent, der mir eben eine Frage zu einem älteren Artikel auf meinem englischsprachigen Blogexperiment gestellt hat. Nur, dass man anders als beim realen Entrümpeln nichts loswird, wenn man auf den Dachboden geht.

Gut, damit verbunden ist auch der unbegrenzte Stauraum, den dieser digitale Dachboden bietet. Und der ist klasse, im virtuellen Raum kann ich zumindest deutlich besser Ordnung halten als im realen. Wenn etwas neues auftaucht, schafft man sich einfach eine Schublade, einen Ordner, und -zack- ist’s verstaut.

Raum ist also genug da. Nur die Zeit, die Zeit dehnt sich auch im virtuellen Raum nicht. Und deshalb stehen noch immer ein gutes Dutzend Bücher ungelesen auf meinem Nachttisch, der eigentlich das Brett eines Ivar-Regales (oder wie heißt der Nachfolger davon?) ist, und immer weniger Artikel in diesem Blog.

Aber wie gesagt, das hier ist kein Tagebuch. Es ist ein digitaler Dachboden, und aktuell habe ich mir leider den Fuß verstaucht. Da kann ich nun wirklich nichts neues die Stiege hochtragen.


"„Der Unterschied zwischen Reich und Arm ist der, dass die Armen alles selbst tun müssen mit ihren eigenen Händen, die Reichen aber können jemanden anstellen, der die Dinge für sie tut.“"— Betty Smith