traumloses wachen

18Jan09

Manchmal habe ich irgendwie das Gefühl, den Schlaf besiegen zu müssen. Wenn ich nur lange genug wach bliebe – bis ich die Vögel zwitschern höre, oder so – dann muss ich nie mehr schlafen, zumindest heute nicht. Der Schlaf frisst meine Zeit auf! es ist nur so ein unterschwelliges, subtil könnte man es nennen, also ein subtiles Gefühl: Du darfst jetzt nicht schlafen, sagt es mir.

Wir haben so eine Getriebenheit in uns: Wir wollen die Zeit nicht verschwenden, die uns gegeben ist, also nehmen wir sie. Nehmen sie, missbrauchen sie für unsere Zweck: Hauptsache, sie ist nicht weggeschmissen. Wir schmeißen nichts einfach so weg: Es könnte uns noch von Nutzen sein. Alte Schulbücher. Facebook-Kontakte.

Wir haben also diese Getriebenheit in uns. Im Grunde ist unser Leben nichts anderes als ein überdimensionales Tetris: Es geht immer weiter. Und weiter. Es lässt sich nicht anhalten. Wir dürfen nicht schlafen.

Es ist seltsam, aber gerade wir, die wir keine Ideale mehr haben, weil sie von den Myriaden unserer Vorgänger aufgezehrt wurden wie Kapitalrücklagen von Heuschrecken, wir können nicht anhalten. Wir können uns nicht schlafen legen, gerade weil wir wissen, dass es ein Morgen gibt, ein nächstes und nächstes Level in diesem Spiel.

Spiel? Ich muss gestehen, es erscheint mir fast zynisch, dass wir unsere Leben ernst nehmen. Wir stolzieren wie preußische Soldaten durch diesen Garten Eden und es ist keine Schlange in Sicht, uns in Versuchung zu führen. Was die Äpfel sind? Das ist doch keine Frage! … unsere Träume.

Da sind wir also, Narren, in Businessanzüge gekleidet oder nein: So viel Selbstironie haben wir dann doch nicht, wir versuchen unsere Bankrotterklärung noch zu verbergen. Besser wär’s, wir wären Hamlets: Sein oder nicht sein, das wär’ doch wenigstens eine Frage!

Aber nein, meine Damen und Herren, ich bitte Sie: Selbstauslöschung kommt für die junge Generation nicht in Frage. Wir haben keine Ideale, wofür könnten wir auch sterben?


"„Der Unterschied zwischen Reich und Arm ist der, dass die Armen alles selbst tun müssen mit ihren eigenen Händen, die Reichen aber können jemanden anstellen, der die Dinge für sie tut.“"— Betty Smith


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