“Israel ist ein Apartheidsstaat”

21Jul09

Über diese Aussage, neben anderen, ist der Zentralrat der Juden “entsetzt” – schreibt SpOn. Gesagt hat’s Felicia-Amalia Langer, und entsetzend ist das Ganze, weil die jetzt das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen hat.

Der Zentralrat der Juden stürzt sich lustvoll auf dieses neue Opfer seiner Zensurwut – wie er es jedesmal tut, wenn irgendjemand Kritik an dem Staat Israel zu äußern wagt:

Für ihre Kritiker ist Frau Langer jedoch eine Israel-Feindin – auch wenn Felicia Langer selbst Jüdin ist. Eine Frau, die Israel schon mal zum “Apartheidstaat” erklärt, über die “jüdisch-zionistische Lobby” philosophiert, sich im Antisemitismus-Streit um den inzwischen verstorbenen FDP-Politiker Jürgen Möllemann auf dessen Seite schlug und noch im April dieses Jahres in einem Interview zum Boykott israelischer Produkte aus den Siedlungen aufrief. “Das alles mag wehtun, aber jemand muss es sagen”, sagt Langer SPIEGEL ONLINE.

Frau Langer hat nur zu Recht, wenn sie meint, dass das jemand sagen muss – darüber, ob es wirklich weh tut, kann man sich streiten. Schließlich scheint die Reaktion des ZdJ kaum mehr als ein Reflex zu sein, den dieser Pawlow’sche Hund der deutschen Politszene bei jeder gegen die israelische Politik gewandten Äußerung zeigt.

Nun ist es in diesem Fall mal kein Muselmann oder Deutscher, den man mit den üblichen Terror- und Nazikeulen abwatschen könnte. Frau Langer ist, wie SpOn ja auch schreibt, selbst Jüdin. Und sie steht mit ihren Aussagen nicht allein da.

Ich habe die Frage nach Israel als einem Apartheidsstaat vor einiger Zeit einem Menschen gestellt, der es wissen muss: Denis Goldberg, dem jüdischen Mitangeklagten von Nelson Mandela im Rivonia-Prozess. Und Herr Goldberg hat bejaht, was nicht zu leugnen ist: Das Israel heute dem Südafrika der Apartheid sehr nahe kommt.

Der Zentralrat der Juden will davon nichts wissen. Seit ich mich erinnern kann, verhält er sich als beißwütiger Watchdog der Reputation des Staates Israel in Deutschland. Kritik wird nicht geduldet, Kritiker werden mit allen publizistischen Mitteln angegriffen. Und diese publizistischen Mittel hat der ZdJ: Nicht nur die Springer-Presse ist diesem Verein hörig.

Judentum und israelische Politik werden dabei zu einer untrennbaren Melange verquickt, deren Bemühung es ist, keine Unterscheidung mehr zuzulassen. Wieso? Weil eine Trennung Israels vom Judentum im Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit die Legitimation der Äußerungen des ZdJ untergraben würden. Er missbraucht die Nazi-Keule und die ständige Erinnerung an die Gräuel des Holocaust, um sich in der Öffentlichkeit als politische Vertretung Israels zu positionieren und daraus selbst wieder Stärke zu ziehen.

Darunter leiden vor allem die Juden wie Felicia-Amalia Langer, die ihre Religion nicht mit einer fremden Staatsangehörigkeit und Ideologie verknüpfen wollen. Man kann in Deutschland nicht Jude sein, ohne vom ZdJ als Unterstützer der Apartheidspolitik Israels vereinnahmt zu werden. Was eine religiöse Dachorganisation sein sollte, ist eine Propagandaorganisation, die nicht vor unlauteren Mitteln zurückschreckt, um unmenschliche Politik zu unterstützen.

1 Response to ““Israel ist ein Apartheidsstaat””


  1. 1 deutscher Sozialdemokrat Posted July 21st, 2009 - 21:29

    Sehe ich auch so.

    Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes ist wohl ein erstes Zeichen, dass die deutsche Regierung vorsichtig Israel-Kritik einleitet.
    Ich bin kein Nazi (sic! ich fühle, es ist notwendig, das vorab klarzustellen), dennoch geht mir dieser Zentralrat der Juden auf den Wecker.
    Himmeldieberge, einmal möchte ich einen Verein afroamerikanischer Bürger sehen, die ihre eigenen amerikanischen Politiker und den Rest der vom afrikanischen Sklavenhandel profitierten Nationen schön die Verbrechen des afrikanischen SklavenRAUBES vor Augen halten.
    Oder wie wäre es denn mal mit einer Initiative, die den Franzosen und Briten ständig vor Augen hält, wie die sich in ihren ehemaligen Kolonien verhalten haben???
    Ich habe nichts dagegen, mich an die Verbrechen der Menschheit (Holokaust, Kolonialismus, Sklavenhandel) zu erinnern.
    Ich habe allerdings sehr viel dagegen, ständig vom Zentralrat der Juden bevormundet, Nazi-gekeult, verachtet und mundtot gemacht zu werden.
    DIE sollen erstmal vor der eigenen Haustür anfangen.

    Wie wäre es, Frau Knobloch, wenn SIE sich mal zur Palästinenserfrage äußern, erklären, warum Israel Millionen von Palästinensern aushungert und drangsaliert, wieso eine Schule mit Phosphor beschossen wurde etc.????
    Wer schon FÜR Menschenrechte eintritt, der hat für ALLE Menschen einzutreten, nicht nur für Juden, auch für Muslime und Christen.

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